Geschichte zum Leben erweckt: PANORAMA 1453
Ein einmaliges Erlebnis
In einem sich windenden Gang wird der Besucher in die Tiefe geführt. Begleitet von der Musik der osmanischen Militärkapellen (Mehterhâne), führt ihn sein Weg vorbei an Schautafeln, die neben einer Kurzfassung auch detaillierte Informationen zur Geschichte der Schlacht und ihren Akteuren liefern. Der Audioguide in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch, ermöglicht auch ausländischen Besuchern einen bequemen Einstieg – oder besser Abstieg – in den Beginn der osmanischen Periode der Stadt. Trockene Geschichtslektion? Keineswegs. Von dem hier angelesenen Wissen wird man vermutlich erst nach dem Verlassen des Museums so recht profitieren, denn wer am Ende des Rundgangs angekommen ist, wird fürs erste jede Theorie vergessen und sich ganz dem überwältigenden Erlebnis hingeben. Durch einen stockfinsteren Gang, in dem jedes Geräusch gedämpft wird, geht es in engen Windungen nach oben. Die Stille und Dunkelheit sind erdrückend, doch schon bald meint man einen frischen Lufthauch zu spüren: ein Schimmer von Licht scheint herab, ganz allmählich hört man entfernt ein Brummen und Surren. Gegen Ende des Aufstiegs kommt ein Stück Himmel in Blick: endlich, raus aus dem dunklen, muffigen Gang, durchatmen. Schneller drängt man zur Öffnung … und duckt sich unwillkürlich unter dem in nächster Nähe explodierenden Knall. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, nur ein Stück blauen Himmels vor Augen, in das Getöse von in Mauern brechenden Kanonenkugeln, das Wiehern und Galoppieren unzähliger Pferde, Geklirr von Schwertern, das Geschrei von Kämpfenden und das Stöhnen von Verletzten hinauszuschreiten. Wer aus der engen Öffnung hinaustritt, wird erstaunt feststellen, dass der Himmel, zu dem es einen hinaufzog, kein echter ist. Er ist Teil der Deckenbemalung der Halbkugel, an deren Wänden greifbar nahe die Kanonen des Meister Urban auf die Mauern des alten Konstantinopel gerichtet sind. Im Rücken und an den Seiten vereinzeltes Schlachtgetümmel, anrückende Truppen, abziehende Verletzte, vor einem der Kampf um die Mauern, die unter der Wucht des Kanonenbeschusses zu brechen beginnen.
Vom Topkapı Otogarı zu Panorama 1453
Wo sich vor 16 Jahren der Topkapı Trakya Otogarı, der Busbahnhof für die Verbindungen nach Thrakien, befunden hat, beginnt heute im Topkapı Şehir Parkı die Reise in die Geschichte. Links die Mauern von Edirnekapı, gegenüber die Mauern von Topkapı, die 1453 den osmanischen Truppen zuerst Einlass in die Stadt boten, rechts die Mauern von Silivrikapı: an geschichtlicher Stelle ist hier die Geschichte wiedererstanden und der Fall Konstantinopels erlebbar geworden.
Besonderheiten
Auf 3000 m² bietet sich dem Betrachter in einer Halbkugel ein 360° Panorama. Von einer Plattform in der Mitte bietet sich der Blick auf 650 m² Fläche, auf denen Nachbildungen von Kanonen, Wagen und anderen originalen Kriegswerkzeugen den Betrachterstandort in das Schlachtfeld hineinverlegen. Dahinter erstreckt sich an 2350 m² Fläche die Darstellung der Schlacht. Der falsche Himmel wölbt sich in 20 m Höhe über dem Boden in der Kuppel mit 40 m Außen- und 38 m Innenumfang. 8 Künstler zeichnen für den Gesamteindruck der mit Musik und Geräusch zum Leben erweckten 1304 Bilder und 10.000 Figuren verantwortlich: Haşim Vatandaş, Ramazan Erkut, Yaşar Zeynalov, Oksana Legka, Ahmet Kaya, Hasan H. Dinçer, Atilla Tunca und Murat Efe.
Panorama 1453
Topkapı Kültür Parkı Merkez Efendi Mahallesi
Topkapı - Zeytinburnu / İstanbul
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